Netzwerk zur Zukunft der Internationalen Bauausstellungen
Internationale Bauausstellungen (IBAs) sind seit hundert Jahren fester Bestandteil der Stadtentwicklung in Deutschland. Sie geben wichtige Impulse für architektonische und technische Innovationen und die städtebauliche Entwicklung einer Region. Die Ausrichter derzeit laufender und geplanter IBAs haben letztes Jahr eine bundesweite Debatte über die Qualität Internationaler Bauausstellungen angestoßen. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) moderiert und unterstützt den Prozess der Qualitätssicherung im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik.
In Zusammenarbeit mit vergangenen und aktuellen IBA-Akteuren und einer Breite an Akteuren der Stadtentwicklung in Deutschland wurde das "Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauausstellungen" verabschiedet, das die maßgebliche Basis für die Evaluation zukünftiger IBAs ist.
Am 22.07.09 wurde in Berlin ein unabhängiger IBA-Expertenrat gegründet. Der ein bis zwei Mal jährlich tagende Rat soll die Kriterien des Memorandums sichern und den IBA-Qualitätsprozess mit Blick auf vergleichbare innovative Instrumente der Regional- und Stadtentwicklung auf nationaler und internationaler Ebene begleiten. Durch die Beteiligung nicht unmittelbar an einer IBA beteiligter Sachverständiger wird die Zukunft der IBA auf ein breites interdisziplinäres Fundament gestellt.
Zur Unterstützung des IBA-Qualitätsprozesses wurde als Netzwerkstruktur für vergangene, aktuelle und zukünftige IBA-Akteure die Veranstaltungsformate IBA-Labor und IBA-Forum entwickelt und durchgeführt. Das IBA-Labor stellt die Kerngruppe des Reflexions- und Lernprozesses zwischen den einzelnen IBAs dar und sichert Qualitätsmaßstäbe durch Bewahren und Weiterentwickeln der im Memorandum fixierten Merkmale.
Das IBA-Forum fungiert als internationale Plattform für die Diskussion und den Erfahrungsaustausch mit dem Instrument der IBA. Es ist interdisziplinär aufgestellt und soll den IBA-Diskurs dauerhaft und breit in der nationalen und internationalen Fachwelt und bei den maßgeblichen Entscheidern in Politik, Verwaltung und Wirtschaft verankern.
Die derzeit laufenden Internationalen Bauausstellungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte:
- Die IBA Hamburg 2013 setzt sich mit der Zukunft der Metropole auseinander. Städtebauliche, gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Lösungsmodelle sollen entwickelt werden. Die Projekte reichen von flexiblen Wohnformen auf dem Wasser über die Energieerzeugung in der Stadt bis hin zur Konversion kontaminierter Industriebrachen.
- Während der IBA Stadtumbau 2010 zeigen 19 Städte in Sachsen-Anhalt, wie kreativ mit Schrumpfung und Strukturwandel umgegangen werden kann.
- Die IBA Fürst-Pückler-Land zeigt in der Lausitz noch bis 2010, welche Potenziale in einer ehemaligen Bergbauregion stecken. Mit ihren 25 IBA- und zwei EU-Projekten gibt sie wirtschaftliche, gestalterische und ökologische Impulse für den nötigen Strukturwandel in der Region um Cottbus. Eine Industrielandschaft wird Schritt für Schritt in eine einmalige Seenlandschaft umgewandelt.
Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauaustellungen (pdf/34-KB)



