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2006 Venedig

Convertible City – Formen der Verdichtung und Entgrenzung

Deutscher Beitrag für die 10. Internationale Architekturbiennale Venedig 2006


Mit der Konzeption und Durchführung des deutschen Beitrages auf der Architektur-Biennale Venedig vom 10. September bis zum 19. November 2006 wurden die Berliner Architekten Grüntuch Ernst beauftragt. Sie setzten sich mit ihrem Beitrag "Convertible City – Formen der Verdichtung und Entgrenzung" unter einer Vielzahl von Mitbewerbern für die Aufgabe als Generalkommissare durch. Nachdem der vorhergehende deutsche Beitrag "Deutschlandschaft" von Francesca Ferguson (2004) die städtische Peripherie thematisierte, nahm das Konzept von Grüntuch Ernst die Innenentwicklung in den Blick: Stadtumbau durch spannungsreiche Verdichtung und Urbanisierung bestehender Stadträume, die neu erfahren und belebt werden sollten. Mit aktuellen Beispielen von Umnutzungen, Lückengebäuden, Anlagerungen und Dachaufbauten sollte gezeigt werden, wie – mit zum Teil auch bereits geringen Eingriffen und auch in bislang oft weniger attraktiven Bereichen – durch Architektur und Ingenieurbau die Potenziale der bestehenden Stadt ressourcenschonend für neue Wohn- und Arbeitswelten genutzt und zu neuer urbaner Qualität entwickelt werden können. Eine solche Ausformung der Stadt nach innen und oben dient den Zielen nachhaltiger Stadtentwicklung. Sie stärkt Kernbereiche und war so auch ein Diskussionsbeitrag zum allgemeinen Biennale-Motto "Cities. Architectur and society". Die rund 30 ausgewählten Projekte wurden in ihrem urbanen Kontext vorgestellt. Sie waren drei inhaltlichen Untergruppen zugeordnet, die exemplarische Formen der Umwandlung und Verdichtung des Stadtraumes widerspiegeln.

Mit der Schwerpunktsetzung der Ausstellung auf Transformation und Konversion im urbanen Umfeld wurde auch ein sich innerhalb der Architektur vollziehender Wahrnehmungswandel aufgezeigt. Die Thematisierung dieses für Architekten bisher wenig attraktiven Aufgabenfeldes von Umbau- und Umnutzungsmaßnahmen trug zu einer gestalterischen und inhaltlichen Aufwertung nicht nur in der Fachwelt sondern auch im breiten öffentlichen Bewusstsein bei.

Gleichzeitig wurde der deutsche Pavillon selbst "umgewandelt": mit einer roten Außentreppe versehen konnte das Dach erstmals als Veranstaltungsort für das Rahmenprogramm zur Ausstellung genutzt werden.

www.convertiblecity.de